Gefühle fühlen - warum das die Welt verändern kann
- die COACHIN

- 23. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Wenn wir alle mehr dazu in der Lage wären, unsere Gefühle wirklich zu fühlen, wäre die Welt eine andere. Davon bin ich überzeugt. Vielleicht nicht von heute auf morgen. Aber doch in einem Ausmaß, in dem wir weniger Probleme, Krisen und Gefahren hätten als heute.
Wenn wir mehr mit dem sein können, was ist, müssen wir es nicht ständig verändern. Wenn wir wütend sein dürfen, Frust aushalten, vor Freude laut lachen und vor Trauer bitterlich weinen können – ohne es weg- oder anders haben zu wollen –, dann entfernen wir uns von einem reaktiven Aktionismus und können Herausforderungen auf eine andere Weise begegnen.
Das wurde mir diese Woche wieder besonders klar, als ich bei meinem Bildungsprojekt in einer 2. Klasse einer Volksschule stand und die Kinder fragte, ob sie glauben, dass es gute oder schlechte Gefühle gibt. Von 22 Kindern schossen 20 kleine Hände eilig in die Höhe. Auch die Lehrpersonen nickten zustimmend. Zwei Kinder – darunter Frida – waren der Meinung, dass alle Gefühle gleich sind. Und es war Frida, die in einer Übung ihr Gefühl lächelnd benannte: Entschlossenheit, die sie in ihrem Herzen spürte.
Es sind Kinder wie Frida – aber vor allem auch die anderen 21 –, warum ich das tue. Das Bildungsprojekt „Der Gefühlsforscher“ entstand in einer Zeit, in der ich mich ohnmächtig und kraftlos fühlte. Es entstand nach schwierigen Geschehnissen im schulischen Umfeld, aber vor allem aus der Erkenntnis heraus, dass es im Leben kraftvoller ist, für etwas einzustehen, als sich ständig gegen etwas zu stellen.
Also nutzte ich meinen Widerstand und wandelte ihn um. Die Energie floss in ein kleines Projekt zur Förderung emotionaler Kompetenz in der Volksschule. Und während Bildungsreformen von Resilienz sprechen, üben wir sie.
Mit 22 Kindern.Wir summen wie Bienen.Wir malen Bilder unserer Gefühle.Wir lernen über unser Nervensystem und darüber, wie wir es regulieren können.
Vor allem aber lernen wir: Jeder ist unterschiedlich. Jeder fühlt anders. Niemand ist falsch. So stärken wir nicht nur das Verständnis für uns selbst, sondern auch für die anderen. Und auch wenn dieses Projekt noch klein ist und in den Kinderschuhen steckt, gibt es mir Hoffnung. Es richtet mich auf. Es gibt mir das Gefühl, wirken zu können – etwas bewirken zu dürfen. Sei es, dass Frida Entschlossenheit in ihrem Herzen spürt oder Anton den anderen sein riesiges Wutmonster zeigt.
Denn eines dürfen wir nie vergessen:Gefühle zu fühlen gehört zum Menschsein dazu.
Und je früher wir damit beginnen, desto besser.
Für mehr Informationen zum Projekt schau gerne auf die Seite Wiener Bildungschancen: https://bildungschancen.wien/angebot/3280/








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